Mensa-Olympiade

14. Februar 2019 | Tags: , , ,

Mit Geschick und Köpfchen auf das Treppchen

Wettkämpfe bei Mensa

Matthias Kribben organisiert die Mensa-Olympiade

Die Olympia-Teilnehmer beim Bogenschießen
2018. Foto: Matthias Kribben

„Ich kenn’ die ganzen Regeln nicht, aber pokern wollte ich schon immer mal, kann ich trotzdem mitspielen?“ Wir tragen seinen Namen in die Teilnehmerliste ein und drücken ihm 6+y+000 Chips in die Hand: „Kannst du. Wir erläutern die Regeln gleich für alle und es liegen auch Zettel mit den Regeln auf den Tischen“. Kurz darauf begrüßt Matthias die fröhliche Ansammlung von Berliner Mensanern zum Poker-Event der Mensa-Olympiade.

Die Mensa-Olympiade gibt es in Berlin seit 2011. Insgesamt sind in acht Jahren 104 Wettbewerbe ausgefochten worden.

„Normale Stammtische fand ich recht unverbindlich und die haben auch kein gemeinsames Thema, zu dem man sich trifft. So hatte ich die Idee, sportlich-spielerische Abende zu organisieren. Viele der Spiele spiele ich gerne selbst und so kann ich mich immer wieder auf jedes neue Event mit netten Teilnehmern freuen“, erzählt Matthias über die Entstehung des Events. 

An Disziplinen gab es bisher den 400-Meter-Lauf, Backgammon, Badminton, Billard, Boccia, Bogenschießen, Bowling, Darts, Doppelkopf, Kartfahren, Kegeln, Laser-Schießkino, Laser Tag, Minigolf, Poker, Quiz, Scrabble, Skat, Tennis, Tischfußball, Tischtennis und Wizard.

Spiel und Sport verbinden

Jedes Jahr werden zwölf bis dreizehn Wettkämpfe ausgetragen, ungefähr einer pro Monat. Die Organisation ist einfach: Als Termine eignen sich Freitagabende und, für körperliche Sportarten, Nachmittage am Wochenende. Eine Anmeldung ist selten notwendig. Als Organisator muss man für ausreichend Spielausrüstung sorgen, zum Beispiel einen Pokerkoffer mit Chips für 30 Spieler oder acht gleiche Boccia-Sets. Erfahrungsgemäß hat der LocSec hierfür ein Budget oder man nimmt einen kleinen Unkostenbeitrag. Zu Anfang eines Wettkampfes werden immer die Regeln erläutert und Fragen geklärt. Manchmal werden die Regeln als Ausdruck verteilt. Einen Spielleiter zu benennen, der sich gut auskennt und im Zweifelsfall das letzte Wort hat, spart gelegentlich aufflammende Diskussionen – was bei Mensanern vorkommen kann.

Natürlich braucht man Medaillen für die ersten drei Plätze. „Das Motto heißt: Dabei sein ist alles“, sagt Matthias, „aber um Spannung und Ehrgeiz ein bisschen zu steigern, findet jede Disziplin als Wettbewerb statt, mit Siegerehrung und Medaillen.“

Die große Bandbreite an Disziplinen, die Medaillen und die Jahresbestenliste haben die Mensa-Olympiade zu einer sehr populären Veranstaltungsreihe gemacht. Es fanden schon Events mit 33 Teilnehmern statt und die jüngste Medaillengewinnerin war 14.

Austragungsorte und Wertung

Auch Anpassungen im Austragungsmodus sorgen für Vielfalt und spannende Wettkämpfe. Einige Sportarten werden normal gewertet, zum Beispiel beim Minigolf über die Anzahl der Schläge. Beim Kegeln werden vier verschiedene Kegelspiele gespielt und die Platzierungen pro Spiel in einer Gesamtwertung zusammengeführt. Viele Kartenspiele werden in zwei Vorrunden und einer Finalrunde gespielt (die nach Punkten ersten vier Spieler gegeneinander und so weiter). Wo es möglich ist, gibt es eine Vorrunde und danach eine K.-o.-Phase (zum Beispiel beim Bowling und Bogenschießen). Damit alle möglichst viel spielen können, sind die Vorrunden meist etwas länger. Bei Boccia und Darts kann man acht bis zwölf kurze Runden mit neu ausgelosten Kleingruppen spielen und ermittelt die Gesamtwertung aus den Einzelplatzierungen der Runden, nicht über die Punktzahlen.

Die Spieledisziplinen finden in zwei Spielekneipen statt. Bei Sportdisziplinen braucht man einen Austragungsort mit geeigneter Ausstattung. So findet das Bogenschießen auf der Wettkampfanlage eines Vereins unter Anleitung professioneller Trainer für etwa 20 Euro pro Teilnehmer – das teuerste Event – statt.

Ansonsten sind der Fantasie bei der Wettkampfgestaltung kaum Grenzen gesetzt. Es ist nur wichtig, dass der Spielmodus dazu führt, dass Profis einer Disziplin nicht zu sehr dominieren. Deshalb gibt es manchmal Einschränkungen für die Profis: Beim Bowling kann man zum Beispiel nur Kugeln der Bahn und keine eigenen zulassen. Beim Bogenschießen gab es für die beiden Besten der Vorrunde kleinere Scheiben als für alle anderen – gewonnen haben sie trotzdem, aber es war knapper und spannender.

Nach der Siegerehrung sitzt man meist noch zusammen, fachsimpelt über die Spiele und lernt neue Mensaner kennen. Gerade wegen der unterschiedlichsten Disziplinen kommen immer wieder neue Gesichter zu den Events.

Matthias Neiß

 

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Weiterführende Informationen findet ihr auf meiner Webseite oder ihr nehmt Kontakt mit Matthias Kribben auf.